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In Kür­ze: Mit dem Kopf durch die Wand … begeg­nen, erfah­ren, erfas­sen, den­ken, ler­nen und so Hal­tung ent­wi­ckeln. Wir-Bil­dung in Insti­tu­tio­nen, die – über die Ver­mitt­lung von Wis­sen hin­aus – der Bil­dung die­nen mögen/n. Es braucht nicht viel, man kann sich aufs Wesent­li­che ver­las­sen, wenn man sich aufs Wesent­li­che ein­zu­las­sen ver­steht. Dies Bei­spiel ist wie eine Hil­fe­stel­lung im Sport zu ver­ste­hen. Es dient nur der Unter­stüt­zung der schon eige­nen Bewegung.

Dies ist schon alles.

137 ist die Antwort – wie lautet die Frage? (Wandbild)

137 ist eine Zahl, die unge­wöhn­li­che Geschich­ten auf­span­nen kann. So lässt sie sich als eine Art »Gol­de­ner Schlüs­sel« für das Erfas­sen schwe­ben­der Zusam­men­hän­ge im sozia­len und im inter­dis­zi­pli­nä­ren Kon­text von Bil­dungs­in­sti­tu­tio­nen verstehen.

Die 137 zieht sich durch die Dis­zi­pli­nen. Las­sen Sie uns spon­tan und exem­pla­risch in drei Fel­der bli­cken und mit der Mys­tik begin­nen. Hil­de­gard von Bin­gen dach­te in den drei Zif­fern die­ser Zahl. Ihr gesam­tes theo­lo­gi­sches und natur­phi­lo­so­phi­sches Den­ken grün­det in deren Sym­bo­lik. In der Bio­lo­gie begeg­net uns der Gol­de­ne Win­kel (137,5°), in der Phy­sik die dimen­si­ons­lo­se Fein­struk­tur­kon­stan­te α (≈ 1⁄137). Die 137 erschließt uns gro­ße Zusam­men­hän­ge. Ins Gespräch ein­la­dend, ant­wor­tet sie, indem sie fragt.

Eine zeit­ge­mä­ße »Aka­de­mie« ist nur welt­of­fen zu den­ken. Gemein­schaft, Wis­sen und Erfah­rung aller Zei­ten und Kul­tu­ren sto­ßen auf Inter­es­se, wer­den geschätzt. Ihre Pra­xis erfährt Rah­mung. Das Bewusst­sein, dass jede For­mel eine Geschich­te hat, jede Kon­stan­te einen Ent­de­cker und jede Metho­de einen kul­tu­rel­len Ort hat, bil­det sich fort.

Ein wir-för­dern­des klei­nes »Stu­di­um Gene­ra­le« an einer Wand in einer Men­sa, der Aula oder dem Audi­max, eine Anre­gung zur Begeg­nung, zum Inne­hal­ten, zum Stau­nen und hin­ein ins Fra­gen. Eine Instal­la­ti­on, die von einer spie­le­risch zu erschlie­ßen­den Web­site beglei­tet wer­den kann und so einen ver­tie­fen­den Zugang ermöglicht.

Der Titel ist Pro­gramm: Die Ant­wort liegt vor uns. Die Fra­ge gehört uns.

 

der linke Teil der Wand

 

Die Wand wird zum Feld einer ein­zi­gen Zahl – so zur Sum­me aller Wege, auf denen Men­schen sie gedacht haben. Die 137 erscheint auf der sonst nack­ten Wand in sorg­sam aus­ge­wähl­ten Spra­chen, Schrift­sys­te­men und Zah­len­sys­te­men gleich­zei­tig. Das Ergeb­nis ist kein Cha­os, son­dern bil­det ein Gewe­be – ruhig, dicht, les­bar für jeden, der näher her­an­tritt. Jede Zei­le ist ein ande­rer Ein­stieg in die­sel­be Frage.

In die­sem Vor­schlag (auf Sicht­be­ton) ist der Text in Anthra­zit-Braun ange­legt und sorgt so – wär­mer als rei­nes Grau – für eine ruhi­ge und wer­ti­ge Anmu­tung. Aus dem Gewe­be der Zei­chen tritt nur die 137 in unter­schied­li­chen Far­ben her­vor: Die ers­te 137 ist dem Quarz­sand zuge­ord­net, die zwei­te dem Schie­fer und die drit­te dem Rot­lie­gen­den. Mate­ria­li­en aus der Erde des Nahe­raums, aus Hil­de­gards Den­ken und Land­schaft. Ihre Ver­schie­den­heit macht die Ein­heit der Zahl sinn­lich erfahr­bar: drei Zif­fern, eine Aus­sa­ge, unzäh­li­ge Bedeu­tun­gen. 1– das rei­ne Licht des Ursprungs, 3 – die kon­tem­pla­ti­ve Tie­fe der Bezie­hung, und 7 – die war­me, zeit­li­che Fül­le der Schöp­fung. (Viel­leicht wol­len Sie mehr dazu erfah­ren? »Wel­che Bedeu­tung erfah­ren die Zif­fern 1, 3 und 7 in Hil­de­gard von Bin­gens Werk Liber Divi­no­rum Operum?« wäre eine Einstiegsfrage …)

 

der rechte Teil der Wand

 

Eine klei­ne Mes­sing­ta­fel – A5 quer, mit gra­vier­tem Werk­ti­tel, Braille-Zei­le (DIN 32976) und QR-Code – schließt die Instal­la­ti­on ab. Sie lädt ein: zum Besuch der Web­site, zum Wei­ter­le­sen, zum Wei­ter­den­ken. Wer möch­te, fin­det dort Som­mer­feld und Fibo­nac­ci, Hil­de­gard und Feyn­man, den Gol­de­nen Win­kel und die Gema­tria – eine Tie­fe, die das Werk an der Wand nicht preis­gibt, aber andeutet.

Die koor­di­nier­te Web­site (bar­rie­re­frei, respon­si­ve, mobi­le-first) ist als digi­ta­le Beglei­tung, als Erwei­te­rung des phy­si­schen Werks zu ver­ste­hen. Sie dient einer ver­tie­fen­den Vor­stel­lung des Pro­jekts, nimmt die Besu­chen­den mit auf eine Rei­se, die Fra­gen beant­wor­tet und so neue Fra­gen evo­ziert. His­to­ri­sche Bezugs­punk­te, for­mal- und natur­wis­sen­schaft­li­che Hin­ter­grün­de, kul­tu­rel­le Ver­an­ke­run­gen wer­den vor­ge­stellt, las­sen sich intui­tiv und spie­le­risch erschlie­ßen. Als unab­hän­gi­ges Modul ange­legt, kann sie inner­halb der Web­site der Insti­tu­ti­on oder sepa­rat (unter eige­ner Domain) lau­fen. Sie soll­te so auf­ge­baut sein, dass sie vor mög­li­chen Angriffs-Sze­na­ri­en sicher ist.

Ein wei­te­rer (und auch wesent­li­cher) Aspekt ist die För­de­rung der Wir-Bil­dung. Tex­te aus einer Viel­falt von Kul­tu­ren mögen die Stu­die­ren­den öff­nen, sich auf Begeg­nun­gen mit dem viel­leicht zunächst noch Unbe­kann­ten ein­zu­las­sen. Gut, dass die­se Wir­kung schon von der rei­nen Prä­senz ausgeht.

Kein Strom, kei­ne War­tung, kei­ne Pfle­ge, kei­ne Ein­schrän­kung des Raums. Das Werk fügt ihm nur etwas hin­zu: eine Fra­ge, die nicht drängt, eine Zahl, die war­tet. Und die stil­le Zumu­tung, dass hin­ter jedem Ele­ment eine Geschich­te steckt – und hin­ter jeder Geschich­te eine Fra­ge, die noch nie­mand voll­stän­dig beant­wor­tet hat.

Die Ele­men­te von links nach rechts, von oben nach unten: 137 Stri­che in Fün­fer­grup­pen | 137 in alt-ägyp­ti­scher, in römi­scher und in alt-grie­chi­scher Dar­stel­lung | die 137 in Quarz­sand, Schie­fer, Rot­lie­gen­dem, die Farb­ge­stal­tung des Rau­mes (in die­sem Bei­spiel ein sat­tes Ocker­gelb) auf­neh­mend und in der Far­be der sons­ti­gen Tex­te | α (die Fein­struk­tur­kon­stan­te) | als Mor­se­code, im Dual­sys­tem, im Hexa­de­zi­mal­sys­tem |Kyril­lisch (Rus­sisch), Hebrä­isch, Ge’ez-Schrift (Amha­risch), Ara­bisch, Deva­na­ga­ri (Hin­di), Hàn­zì / Kan­ji (Man­da­rin bzw. Japa­nisch), Han­gul (Korea­nisch) | Eng­lisch, Deutsch, Pol­nisch, Spa­nisch, Por­tu­gie­sisch, Fran­zö­sisch, Tür­kisch | als Phyllotaxis

So! Sind oder waren Sie bereits in einem Denk­pro­zess, der die För­de­rung der Wir-Bil­dung auf­greift, regt Sie die­se Hil­fe­stel­lung hof­fent­lich an.

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