2022 schrieb der Kurt Gödel Freun­des­kreis Ber­lin zur För­de­rung und Ver­brei­tung von Gödels Werk in Natur- und Geis­tes­wis­sen­schaf­ten den Kurt Gödel Preis 2023 aus.

»Spielt Unvoll­stän­dig­keit in Gödels Sinn eine Rol­le für das Ver­hält­nis von Mikro- und Makro­phy­sik, und wenn ja, wel­che Kon­se­quen­zen hät­te dies?«

Nach­dem ich mit mei­nem Bei­trag aus dem Jah­re 2021 recht zufrie­den war, habe ich mich von der neu­en Fra­ge anre­gen las­sen und ent­schlos­sen, auch im Jah­re 2023 am Wett­be­werb teilzunehmen.

Nun ja, for­ma­len Kri­te­ri­en wis­sen­schaft­li­cher Dis­zi­pli­nen genügt der Text – mei­ner Sicht­wei­se des The­mas geschul­det – wei­ter­hin nicht; um so mehr hof­fe ich – wie gewohnt –, Sie mit dem Text zu erfreu­en, zu erhei­tern, anzuregen.

<Ein­schub>

Die Mel­de­kar­te (Vor­schau­bild) doku­men­tiert uns, dass der Uni­ver­si­täts­do­zent Kurt Gödel nebst Gat­tin Ade­le (geb. Por­kert) in der Hegel­gas­se Nr. 5 wohn­haft war. Heu­te ist in dem Gebäu­de die Nit­sch Foun­da­ti­on » ange­sie­delt – Gödel, Hegel und Nit­sch in unter­schied­li­cher Form an einem Ort. Sie erin­nern sich an Jac­ques Der­ri­das Werk »Glas«? Nein, das tun Sie natür­lich nicht. Und davon, was es – wie hier beschrie­ben – mit der Hegel­gas­se auf sich hat, wuss­ten Sie natür­lich auch nichts. Ach, da wer­de ich wohl wie­der (zu) viel Hoff­nung ins Evo­zie­ren inves­tiert haben?

Aber bit­te, jetzt ist es an Ihnen, mit mei­nem Text etwas anzu­stel­len, las­sen Sie sich lang­wei­len, bre­chen Sie Ihre Lek­tü­re flu­chend oder bemit­lei­dend ab, ver­lie­ren Sie Ihren Bezug indem Sie den Text als unver­ständ­lich zur Sei­te legen. Sie haben ja noch viel mehr Mög­lich­kei­ten, das Geschrie­be­ne zu kri­ti­sie­ren, zu dis­kre­di­tie­ren. Sei­en Sie erfinderisch.*

Viel­leicht ist aber eine/r unter Ihnen, der/die in dem Text etwas (jetzt noch unbe­stimm­tes) auf­schei­nen sieht, das ihm/ihr etwas mit auf den Weg gibt, Bestand hat und den Weg in ande­res Licht taucht – viel­leicht. Und viel­leicht ist die­se Klei­nig­keit alles, Alles! – vielleicht.

* ganz wich­tig, fast ver­ges­sen: Feh­ler suchen, immer wie­der Feh­ler suchen. In die­sem Fal­le möch­te ich Ihnen das Fol­gen­de in den Tor­nis­ter packen: Ein Trüf­fel­schwein und ein Metall­de­tek­tor wei­sen wesent­li­che Unter­schie­de auf, las­sen sich – also – nicht belie­big tauschen.

</Einschub>

Statt der ange­dach­ten Form der Prä­mie­rung (ein ers­ter Preis, fünf zwei­te Prei­se) erfolg­te (nur) die Ver­ga­be von zwei zwei­ten Prei­sen. Auf der Web­site des Freun­des­krei­ses » nimmt die Jury kurz Bezug auf die­sen Umstand.

Ich bedaue­re ein wenig, dass die Bewer­tungs­kri­te­ri­en wohl recht eng umris­sen waren und fra­ge mich, wie sich die Aus­schrei­bung einer Preis­schrift zum Wer­ke von Kurt Gödel wohl anlas­sen wür­de, wenn Kurt Gödel die Moda­li­tä­ten umris­se. – Es gibt doch auch ein Han­deln hin­ter den Kulis­sen. Glau­ben Sie etwa, dass Kurt Gödels Gesprä­che mit Albert Ein­stein den Raum zum Atmen klar begrenzt, klar abge­ge­renzt haben? Ich glau­be das nicht. Ich glau­be aber, dass man im Zusam­men­han­ge mit dem Auf­kom­men von Schu­len immer wie­der an die Frei­heit den­ken muss, an Bewe­gung, an Fri­sche. Das ist man den Stif­tern schuldig.

CAVE Es wird erneut hemdsärmelig …
Mein Essay fin­det sich hier » als PDF-Datei